Backpapier in der Plätzchenzeit
Stand: 17.10.2026
Bald riecht es wieder nach Zimt und Vanille, und auf vielen Blechen liegt ein Bogen Backpapier. Aber immer wieder taucht die Frage auf, ob in Backpapier sogenannte Ewigkeitschemikalien stecken. Gemeint sind PFAS, eine große Gruppe von Stoffen, die Fett und Wasser abweisen und sich in der Umwelt kaum abbauen. Seit dem 10. Oktober gilt dazu eine neue EU-Regel. Hier erfährst du, was sie bedeutet und worauf du beim Backen achten kannst.
Was Öko-Test gefunden hat
Öko-Test hat Ende 2025 einen Test von 19 Backpapieren veröffentlicht, die meisten davon Zuschnitte. Sie kosteten zwischen 3 und 17 Cent pro Blatt. 13 Produkte bekamen die Note „sehr gut“. Bei einzelnen Papieren fand das Labor allerdings einen PFAS-Stoff namens 6:2-FTOH. Öko-Test beschreibt dabei einen Messwert nahe an dem Grenzwert, der seit diesem Oktober gilt.
Wichtig für die Einordnung: Ein Messwert im Papier sagt noch nicht, wie viel davon in deinen Plätzchen landet. Er ist auch kein Beleg dafür, dass dir das schadet. Er zeigt aber, dass es bei der Herstellung Unterschiede gibt.
Öko-Test hat noch etwas bemängelt: Einige Hersteller werben mit „kompostierbar“. Das Magazin hält das für irreführend, weil die Papiere mit Silikon beschichtet sind. Ein Anbieter hat diesen Hinweis nach dem Test von der Packung genommen. Eine solche Angabe heißt also nicht, dass dein Backpapier in die Biotonne darf.
Was die neue EU-Regel ändert
Seit dem 10. Oktober 2026 darf Papier, das mit Lebensmitteln in Berührung kommt, in der EU bestimmte PFAS nur noch in sehr kleinen Mengen enthalten. Die Regel gilt für einen Stoff namens PFHxA, seine Salze und verwandte Verbindungen. Die Summe aus PFHxA und seinen Salzen muss unter 25 Mikrogramm pro Kilogramm liegen, die Summe der verwandten Stoffe unter einem Milligramm pro Kilogramm. Gemessen wird jeweils im Material selbst. Dieselbe Regel gilt seitdem auch für Kleidung und Kosmetik.
Zwei Dinge solltest du wissen. Erstens erfasst die Regel nur diese eine Untergruppe, nicht alle PFAS. Zweitens sind Produkte ausgenommen, die schon vor dem 10. Oktober 2026 in Verkehr gebracht wurden. Das Backpapier in deiner Schublade oder im Supermarktregal muss die neuen Grenzen also nicht unbedingt einhalten. Der Satz „Seit Oktober ist Backpapier PFAS-frei“ stimmt so nicht.
So backst du entspannt
- Temperatur beachten: Auf der Packung steht, wie heiß das Papier werden darf, meist sind es 220 Grad. Darüber kann es sich zersetzen. Für Plätzchen reicht das fast immer.
- Nicht auf den Grill: Über offener Glut wird es schnell heißer, als das Papier verträgt.
- Mehrfach nutzen nur mit Freigabe: Öko-Test rät, Backpapier nur dann mehrmals zu verwenden, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt und das Papier unbeschädigt ist.
- Richtig entsorgen: Benutztes Backpapier kommt in den Restmüll, nicht ins Altpapier und nicht in die Biotonne.
- Einfach fetten: Die schlichteste Alternative ist ein Blech, das du mit Butter oder Öl einfettest. Stiftung Warentest empfiehlt genau das. Lebkuchen kannst du auf Oblaten backen.
Vorsicht bei Dauerbackfolien: Viele sind aus PTFE, besser bekannt als Teflon. Das ist selbst eine PFAS-Verbindung. Für Pfannen und Backformen mit PTFE-Beschichtung hält das Bundesinstitut für Risikobewertung gesundheitliche Folgen bei richtigem Gebrauch für unwahrscheinlich. Bei starker Überhitzung kann PTFE aber schädliche Dämpfe freisetzen. Halte deshalb auch bei einer Dauerbackfolie die Höchsttemperatur des Herstellers ein. PFAS-frei ist so eine Folie trotzdem nicht, und bei Herstellung und Entsorgung können PFAS in die Umwelt gelangen. Schau also aufs Material, wenn du umsteigen willst.
Du musst dein Backpapier deshalb nicht wegwerfen. Die neue Regel senkt die Grenzen für eine Gruppe von PFAS, sie macht aber nicht jedes Papier im Regal unbedenklich. Wenn du ganz verzichten möchtest, fettest du das Blech je nach Rezept ein oder nimmst Oblaten. Bleibst du beim Backpapier, halte die angegebene Temperatur ein.

