Handy unterwegs laden: Wie riskant öffentliche USB-Buchsen sind und wie du vorsorgst

Was öffentliche USB-Buchsen übertragen können

Am Flughafen, im Bahnhof, im Hotelzimmer oder im Fernbus: Überall gibt es USB-Buchsen, an denen du dein Handy kostenlos aufladen kannst. Seit Jahren kursieren Warnungen, dass Kriminelle genau dort Daten abgreifen könnten. Das Stichwort dazu heißt Juice Jacking. Was ist dran, und wie lädst du unterwegs, ohne dir Sorgen machen zu müssen?

Durch ein USB-Kabel fließt nicht nur Strom, es können auch Daten fließen. Steckst du dein Handy an eine fremde Buchse, kann also eine Verbindung entstehen, über die mehr läuft als nur Strom. Eine manipulierte Ladestation könnte versuchen, darüber an Fotos, Dokumente oder andere Dateien auf deinem Handy zu kommen.

Was Forscher herausgefunden haben

Handys schützen sich dagegen seit Jahren mit einer Abfrage. Das iPhone fragt, ob du dem angeschlossenen Gerät vertrauen willst. Bei Android wählst du, ob nur geladen oder auch Dateien übertragen werden sollen. Ohne deine Zustimmung bleibt die Datenverbindung eigentlich zu.

Forscher der Technischen Universität Graz haben 2025 allerdings gezeigt, dass ein präpariertes Ladegerät diese Abfrage selbst bestätigen kann. Es gibt sich dafür zum Beispiel als Tastatur aus und tippt die Zustimmung in Sekundenbruchteilen ein. Sie nannten den Angriff ChoiceJacking. Bei allen damals getesteten Geräten von acht Herstellern konnten die Forscher Dateien wie Fotos und Dokumente auslesen. Bei Geräten zweier Hersteller gelang das sogar mit gesperrtem Bildschirm.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse den Herstellern gemeldet, darunter Apple, Google und Samsung. Die TU Graz berichtete im April 2026, dass die gemeldete Lücke behoben wurde. Ob dein eigenes Handy geschützt ist, hängt aber davon ab, welche Updates es bekommen hat. Der beteiligte Forscher Florian Draschbacher sagt auch, dass sich normale Verbraucher wenig Sorgen um gezielte Angriffe machen müssen. Aus den Laborversuchen lässt sich zudem nicht ableiten, wie häufig solche Angriffe an echten Ladestationen vorkommen.

So lädst du unterwegs sicher

  • Eigenes Netzteil an die Steckdose: Nimm dein Ladegerät samt Kabel mit und steck es in eine normale Steckdose statt in eine fremde USB-Buchse. So entsteht gar keine Verbindung zur fremden Technik. Ein eigenes Kabel allein hilft nicht, wenn es in der fremden Buchse steckt.
  • Powerbank: Lade dein Handy unterwegs an deiner eigenen Powerbank. Die füllst du vorher zu Hause oder an einer Steckdose auf.
  • Datenblocker: Ein kleiner Zwischenstecker, der nur Strom durchlassen soll, kann USB-Datenübertragungen unterbinden. Eine pauschale Sicherheitsgarantie ist er nicht.
  • Keine fremden Kabel: Ein liegen gelassenes Ladekabel im Hotel oder am Ladeplatz lässt du liegen. Auch ein Kabel kann präpariert sein.
  • Abfragen ablehnen: Fragt dein Handy beim Laden, ob es dem Gerät vertrauen oder Dateien übertragen soll, tippst du auf „Nicht vertrauen“ oder „Nur laden“.
  • Updates installieren: Die Hersteller schließen solche Lücken über Updates. Ein aktuelles Handy ist besser geschützt als eines, das seit Jahren keine Updates mehr bekommt.

Was beim Laden zusätzlich schützt

Du musst nicht mit leerem Akku durch den Flughafen laufen, nur weil es diese Angriffe gibt. Die Forschung zeigt aber, dass die Sicherheitsabfrage auf dem Handy kein Rundum-Schutz ist. Gerade ältere Geräte ohne aktuelle Updates sind im Nachteil.

Am einfachsten ist es, gar nicht erst auf fremde USB-Buchsen angewiesen zu sein. Steck vor jeder Reise Netzteil, Kabel und eine geladene Powerbank ein. Dann stellt sich die Frage nicht, wem die Ladestation am Gate eigentlich gehört. Musst du doch einmal an einer öffentlichen Buchse laden, helfen ein gesperrter Bildschirm und ein klares Nein bei jeder Abfrage zusätzlich. Jeden Angriff verhindern sie nicht, das schafft nur der Verzicht auf die fremde Buchse.

Das könnte dich auch interessieren...

Transparenzhinweis

Anzeigen, Banner oder Links, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link ein Produkt erwirbst oder einen Vertrag abschließt erhalten wir dafür eine Werbekostenerstattung. Dadurch können wir viele unserer Inhalte für dich kostenfrei anbieten. Für dich entsteht dadurch kein Nachteil.