Seit März 2026 gibt es eine neue Schufa-Zahl, und viele kennen ihre noch nicht
Stand: 19.10.2026
Seit dem 17. März 2026 kannst du den neuen Schufa-Score einsehen: Punkte von 100 bis 999, je höher, desto besser. Ab 776 Punkten gilt die Bonität als hervorragend, darunter folgen die Stufen gut, akzeptabel und ausreichend. Die fünfte Stufe heißt ungenügend und kommt ohne Punktwert: Wer eine bei der Schufa gespeicherte offene Zahlungsstörung hat, bekommt keinen Score, sondern nur diesen Hinweis. Neu ist vor allem, dass die zwölf Kriterien und ihre Punktespannen öffentlich sind. Die genaue Rechenformel veröffentlicht die Schufa weiterhin nicht. Nach Angaben der Schufa blieben 83 Prozent der Verbraucher bei der Umstellung in ihrer bisherigen Klasse, 9 Prozent stiegen auf, 8 Prozent rutschten ab.
Was in die Punkte einfließt und was nicht
Das Kriterium mit dem größten Gewicht sind Zahlungsstörungen, also Forderungen, die trotz Mahnungen offen blieben und der Schufa gemeldet wurden. Auch erledigte Zahlungsstörungen können noch eine Zeit lang zählen. Dazu gehören außerdem Fragen wie: Wie alt ist dein ältester Bankvertrag, wie alt deine älteste Kreditkarte? Wie lange wohnst du schon an deiner Adresse? Wie viele Anfragen und Abschlüsse zu Girokonten und Kreditkarten gab es in den letzten zwölf Monaten, wie viele Anfragen von Online-Händlern oder Mobilfunkanbietern? Wie viele neue Ratenkredite hast du aufgenommen, wie lange laufen sie noch, und werden sie ordentlich bedient? Ein Immobilienkredit und eine durchgeführte Identitätsprüfung wirken eher positiv. Der Wohnort selbst spielt laut Schufa keine Rolle, die Dauer an der Adresse schon.
Die Verbraucherzentralen kritisieren genau das: Wer erst seit Kurzem Bankverträge hat, oft umzieht oder den Anbieter wechselt, bekommt bei diesen Kriterien weniger Punkte, ohne je eine Rechnung versäumt zu haben. Umgekehrt ist das keine Anleitung, sich für Punkte Kredite zuzulegen: Ein Immobilienkredit zählt im Modell positiv, ein Grund für Schulden ist das nicht.
Welche Zahl deine Bank wirklich sieht
Zum Start nutzten laut Verbraucherzentrale erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Score, die alten Branchenwerte blieben parallel im Umlauf. Die Schufa will nach eigenen Angaben bis 2028 etwa 80 Prozent der bisherigen Scores durch den neuen ersetzen. Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR haben außerdem gezeigt, dass die Schufa seit Sommer 2025 für Immobilienkredite einen eigenen Hypothekenscore liefert, der in der Verbraucher-App bislang nicht auftaucht. Welche Zahl eine Bank oder ein Händler abgefragt hat, siehst du deinem Konto also nicht an. Wird ein Vertrag abgelehnt oder teurer, frag beim Anbieter nach, ob der Schufa-Score den Ausschlag gab und welcher. Der Score ist ohnehin nur ein Baustein: Banken rechnen mit eigenen Modellen und deinem Einkommen. Bestimmt der Score eine Vertragsentscheidung maßgeblich, gelten nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs besondere Datenschutzregeln für automatisierte Entscheidungen.
Ab November 2026 kommen neue gesetzliche Regeln für solche Scores hinzu: Alter, Geschlecht, Name, Daten aus sozialen Netzwerken, Kontobewegungen und die Anschrift dürfen dann nicht mehr in die Berechnung einfließen. Wird ein Verbraucherkredit automatisiert geprüft, bekommst du das Recht, dass ein Mensch die Entscheidung überprüft.
So prüfst und korrigierst du deine Daten
- Kostenloses Schufa-Konto: Im Webportal oder in der App der Schufa registrieren, Identität per Online-Ausweis oder PIN-Brief bestätigen. Dann siehst du Score, Kriterien und gespeicherte Daten, aktualisiert in der Regel vierteljährlich.
- Datenkopie per Post: Die gesetzliche Datenkopie ist kostenlos und zeigt alle Daten samt Score. Beantrage sie direkt bei der Schufa, nicht über Drittseiten, die dafür Gebühren nehmen. Schick sie nie komplett an Vermieter, sie enthält weit mehr, als die wissen müssen.
- Einträge prüfen: Erscheint ein zurückgezahlter Kredit noch als offen? Steht ein fremder Vertrag drin, stimmt die Adresse? Falsches reklamierst du mit Nachweis bei der Schufa und beim meldenden Unternehmen, lässt dir die Berichtigung schriftlich bestätigen und kontrollierst beim nächsten Blick ins Konto.
- Auf Inkasso reagieren: Unberechtigte Forderungen schriftlich bestreiten und den Nachweis aufbewahren. Eine Meldung an die Schufa ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, dazu gehört, dass die Forderung unbestritten ist.
- Beim Kreditvergleich: Ausdrücklich eine Konditionenanfrage verlangen. Sie wirkt sich laut Verbraucherzentrale nicht auf den Score aus. Eine Anfrage für ein konkretes Kreditangebot wird dagegen gespeichert.
Was den Wert stützt, ist unspektakulär: keine Zahlungsstörung, wenige neue Anfragen in kurzer Zeit, lange bestehende Konten. Pünktlich bezahlte Rechnungen bringen keine Extrapunkte, sie vermeiden Einträge. Welche Folgen dein Score hat, hängt vom Anbieter und dessen weiteren Prüfkriterien ab.


