Euro oder Landeswährung? So sparst du dir im Urlaub teure Umrechnungen

Die Frage am Terminal, die dich Geld kostet

Stand: 08.10.2026

Du stehst in Zürich, London, Kopenhagen oder Istanbul an der Kasse, hältst deine Karte ans Terminal, und das Gerät fragt: Möchtest du in Euro zahlen oder in der Landeswährung? Euro klingt vertraut. Du siehst sofort, was der Kaffee oder die Hotelnacht kostet. Genau deshalb wird diese Option angeboten. Sie heißt „Dynamic Currency Conversion“, kurz DCC, und sie ist in der Regel die teurere Wahl.

Am Geldautomaten läuft es genauso. Dort heißt das Angebot oft „Sofortumrechnung“ oder „Auszahlung mit Umrechnung“. Manchmal steht ein Versprechen daneben wie „garantierter Wechselkurs“ oder „kein Aufschlag“. Die Verbraucherzentrale warnt, dass solche Hinweise oft täuschen.

Warum der Euro-Betrag meist mehr kostet

Wählst du Euro, rechnet nicht deine Bank um, sondern der Händler, der Automatenbetreiber oder deren Zahlungsdienstleister. Der legt seinen eigenen Kurs fest, und darin steckt ein Aufschlag. Der europäische Verbraucherverband BEUC warnt, dass dich das bis zu zehn Prozent mehr kosten kann als die Zahlung in Landeswährung.

Wählst du die Landeswährung, rechnet deine Bank oder dein Kartenanbieter um. Gratis ist das nicht immer. Viele Banken verlangen für Zahlungen in fremder Währung ein Entgelt, oft Auslandseinsatzentgelt genannt. Bei vielen Instituten liegt es bei etwa 1 bis 2 Prozent, es gibt aber auch Karten ganz ohne diese Gebühr. Unterm Strich ist dieser Weg trotzdem in der Regel der günstigere.

Ein Rechenbeispiel: Angenommen, der Aufschlag am Terminal liegt bei fünf Prozent. Bei einer Hotelrechnung im Gegenwert von 1.000 Euro sind das 50 Euro, nur für einen Tastendruck. Verlangt deine Bank stattdessen 1,5 Prozent, zahlst du 15 Euro. Das Beispiel geht vereinfacht vom selben Grundkurs aus und lässt weitere Gebühren weg, zeigt aber die Größenordnung. Und Vorsicht: Die Euro-Option schützt dich nicht automatisch vor den Entgelten deiner Bank. Wie sie Zahlungen außerhalb der EU abrechnet, steht in ihrem Preisverzeichnis.

So machst du es richtig

  • An der Kasse: Wähle die Landeswährung, also Franken, Pfund, Kronen oder Lira. Prüfe vor der PIN-Eingabe oder Unterschrift, dass der Betrag in dieser Währung angezeigt wird. Das rät auch die Verbraucherzentrale. Hat das Personal schon Euro eingestellt, bitte darum, in Landeswährung zu zahlen.
  • Am Geldautomaten: Lehne die Umrechnung ab und hebe in Landeswährung ab. Viele Automatenbetreiber verlangen zusätzlich eine eigene Gebühr. Taucht sie vor dem Abheben auf, kannst du abbrechen und einen anderen Automaten suchen.
  • Vor der Reise: Schau ins Preisverzeichnis deiner Karte. Was kostet eine Zahlung in fremder Währung, was das Abheben? Eine zweite Karte von einem anderen Anbieter ist eine sinnvolle Reserve, falls eine Karte nicht akzeptiert wird.
  • Bei Werbung: „Weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen“ bezieht sich laut Verbraucherzentrale oft nur auf die Entgelte deiner eigenen Bank. Gebühren des fremden Automatenbetreibers oder des Händlers können trotzdem anfallen.

Was die EU regelt und wo die Grenze liegt

Innerhalb der EU gibt es eine Pflicht zur Transparenz. Bietet dir ein Händler zum Beispiel in Polen, Tschechien oder Schweden an, in Euro zu zahlen, muss er dir die Zusatzkosten vorher nennen, und zwar als prozentualen Aufschlag auf den zuletzt veröffentlichten Referenzkurs der Europäischen Zentralbank. Du hast das Recht, die Umrechnung abzulehnen. Die Prozentzahl auf dem Display ist ein guter Anhaltspunkt, wie viel die Euro-Option über dem offiziellen Kurs liegt. Was deine eigene Bank verlangen würde, zeigt sie dir dagegen nicht.

Eine Obergrenze für den Aufschlag gibt es damit allerdings nicht. Und in der Schweiz, in Großbritannien oder in der Türkei gelten diese EU-Regeln nicht automatisch. Achte dort umso genauer darauf, welche Währung auf dem Display steht.

Zur Einordnung: Bei einem Kaffee geht es um ein paar Cent, und nicht jede Umrechnung ist gleich teuer. Bei Hotelrechnungen, Mietwagen oder größeren Bargeldbeträgen summiert es sich aber schnell. Wer die Landeswährung wählt, liegt in der Regel richtig, auch wenn die eigene Bank dafür ein kleines Entgelt nimmt.

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