Teelichter kaufen: Was Wachs, Brenndauer und Hülle wirklich aussagen

Kleines Licht, große Unterschiede

Wenn es abends früher dunkel wird, brennen wieder überall Teelichter. Im Laden kosten sie mal wenige Cent, mal deutlich über einen Euro pro Stück. Ob ein Teelicht gut ist, siehst du ihm von außen kaum an. Öko-Test hat für die Dezemberausgabe 2025 genau das untersucht: 24 Teelichter, davon 15 aus Paraffin, fünf aus Bienenwachs und vier aus anderen Wachsen. Elf schnitten mit „gut“ ab, die Bestnote bekam keines. Im Test lagen die Preise zwischen etwa 4 Cent und 1,10 Euro pro Stück.

Die Ergebnisse gelten für die damals getesteten Produkte. Rezepturen und Sortimente können sich seitdem geändert haben. Die Prüfpunkte aus dem Test helfen dir aber bei jedem Einkauf, egal ob im Supermarkt, in der Drogerie oder beim Discounter. Nur eines kann dir keine Packung verraten: ob Schwermetalle im Wachs stecken. Dafür braucht es unabhängige Tests.

Was im Wachs stecken kann

Bei 15 der 24 Teelichter fand das Labor Blei oder Nickel, teils in deutlichen Mengen. Betroffen waren vor allem Teelichter aus sogenannten alternativen Wachsen, also weder Paraffin noch Bienenwachs. Öko-Test weist darauf hin, dass die Metalle beim Abbrennen in die Raumluft übergehen können.

Zur Einordnung: Gemessen wurde, was im Wachs steckt. Wie viel davon bei normalem Gebrauch tatsächlich in deiner Atemluft landet, lässt sich daraus nicht direkt ablesen. Fehlende Messungen zur Raumluft rechtfertigen weder Entwarnung noch Alarm. Sie zeigen aber, wie wenig du beim Kauf über das Wachs erfährst.

Auch bei Bienenwachs lohnt Skepsis. In vielen Bienenwachs-Teelichtern fanden die Tester Hinweise auf Verunreinigungen mit Paraffin, nur eines überzeugte in diesem Punkt. „Bienenwachs“ auf der Packung heißt also nicht automatisch reines Bienenwachs, und „natürlich“ heißt nicht automatisch unbedenklich.

Brenndauer und Siegel richtig lesen

Ein gutes Teelicht brennt ruhig, rußt nicht sichtbar und hält mindestens vier Stunden durch. So sehen es die Kriterien der Gütegemeinschaft RAL vor, an denen sich der Test orientiert hat. Zwölf Produkte erfüllten sie nicht vollständig, oft war die Brenndauer zu kurz. Sechs davon trugen selbst das RAL-Gütezeichen.

Das Siegel bleibt trotzdem ein brauchbarer Hinweis auf geprüfte Qualität beim Abbrennen. Es ist aber kein Ökosiegel und sagt nichts darüber, wie nachhaltig die Rohstoffe gewonnen wurden.

Vergleiche den Preis pro angegebener Brennstunde statt pro Stück. Ein Teelicht, das nach drei statt nach vier Stunden ausgeht, brennt ein Viertel kürzer. Der Preis pro Stück sagt dann wenig. Steht auf der Packung keine Brenndauer, ist das zumindest ein Anlass, zu einer Packung zu greifen, bei der du die Angabe vergleichen kannst. Eine Garantie ist sie nicht, denn im Test hielten nicht alle, was sie versprachen.

Hülle, Lüften, Sicherheit

Alle Paraffin-Teelichter im Test steckten in Hüllen aus Aluminium. Dessen Herstellung braucht viel Energie, dabei fällt außerdem giftiger Rotschlamm an. Nur sechs Anbieter verzichteten ganz auf Einweghüllen und setzten zum Beispiel auf wiederverwendbare Gläser. Wer Müll sparen will, greift zu Teelichtern ohne Hülle und stellt sie in einen passenden Halter, der ausdrücklich für Teelichter ohne Hülle gedacht ist.

  • Nie unbeaufsichtigt: Lass Teelichter nicht allein brennen und halte Abstand zu Vorhängen, Deko und Papier.
  • Zugluft vermeiden: Eine flackernde Flamme rußt stärker.
  • Danach lüften: Öko-Test rät, erst zu lüften, wenn die Kerze aus ist, und dann gründlich.
  • Genau hinsehen: Achte auf die Angabe zur Brenndauer, auf das Wachs und darauf, ob eine Einweghülle dabei ist.

Ob ein paar Teelichter am Abend dir messbar schaden, beantwortet der Test nicht. Er zeigt aber, dass die Qualität stark schwankt und dass weder ein hoher Preis noch ein Siegel allein den Ausschlag gibt. Was du selbst in der Hand hast: Zugluft beim Abbrennen vermeiden, nach dem Erlöschen gründlich lüften und nicht nur nach dem Stückpreis kaufen.

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