Nuss-Nougat-Creme im Test: Aldi schlägt Nutella

Zwei Sieger, die unterschiedlicher kaum sein könnten

Die Stiftung Warentest hat 18 Nuss-Nougat-Cremes geprüft. Der Marktführer landet nur auf Platz drei — vor ihm eine Manufaktur-Creme für knapp sechs Euro (100 Gramm) und eine Discounter-Creme für fünfzig Cent (100 Gramm). Ein Produkt fällt deutlich ab.

Ganz oben stehen zwei Cremes, zwischen denen preislich Welten liegen. Die dunkle Haselnuss-Creme „Kräm Herr Eichhorn Pur“ der Thüringer Manufaktur Goldhelm bekommt für den Geschmack die Bestnote 1,0 — als einzige im gesamten Test. Sie riecht und schmeckt kräftig nach gerösteten Haselnüssen, was kein Wunder ist: Nüsse sind hier die Hauptzutat, nicht Zucker. Der Preis allerdings auch: rund 5,94 Euro pro 100 Gramm.

Genauso gut im Gesamturteil, aber für ein Zwölftel des Geldes: „Nusskati“ von Aldi für 50 Cent pro 100 Gramm. Die Prüferinnen und Prüfer beschreiben eine kräftige Kakaonote, die an Bitterschokolade erinnert. Damit ist die Aldi-Creme zugleich Testsieger und Preistipp.

Nutella folgt auf Platz drei. Geschmacklich liegt das Original mit der Note 1,5 gleichauf mit der Aldi-Creme — den Ausschlag gaben die schlechteren Nährwerte.

Die Verlierer

Zwei Cremes kommen nur auf „ausreichend“. Am deutlichsten fällt das einzige zuckerreduzierte Produkt im Test durch, die Creme von Ahead. Sie besteht zu 42 Prozent aus dem Zuckeralkohol Maltit. Der wirkt in größeren Mengen abführend — bei empfindlichen Menschen können schon 10 Gramm Beschwerden auslösen, und die stecken in etwa 24 Gramm der Creme. Eine typische Portion sind 20 Gramm.

Dazu kommt: Im Labor wurden aromatische Mineralölbestandteile (MOAH) nachge- wiesen, die als möglicherweise krebserregend gelten. Den Orientierungswert hält das Produkt zwar knapp ein, ein verbindlicher Grenzwert ist aber erst geplant. Und obwohl die Creme mit 11 Prozent Zucker ausgelobt ist, kam die Analyse auf rund 17 Prozent.

Alle anderen Produkte waren bei den Schadstoffen unauffällig — auch Nudossi, das im Frühjahr wegen Salmonellen zurückgerufen wurde. Im Test war mikrobiologisch alles in Ordnung.

Warum keine Creme bei den Nährwerten gut abschneidet

Kein einziges Produkt im Test kommt bei der ernährungsphysiologischen Bewertung über ein „befriedigend“ hinaus.

Klassische Nuss-Nougat-Creme besteht etwa zur Hälfte aus Zucker, der Großteil davon zugesetzt. Spitzenreiter ist ausgerechnet die klassische Nutella mit 57 Prozent. Wer sich 20 Gramm aufs Brot streicht, isst damit fast vier Stück Würfelzucker. Bei kleinen Kindern schöpft eine solche Portion bis zu einem Drittel der Zuckermenge aus, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung pro Tag für vertretbar hält.

Dazu kommt Fett: im Schnitt mehr als ein Drittel des Produkts. 20 Gramm Creme liefern rund 111 Kilokalorien — ähnlich viel wie eine Scheibe Gouda, nur eben mit Zucker statt Eiweiß.

Zum Einordnen: Der Nussanteil muss laut Vorgabe mindestens 10 Prozent betragen. Nutella und die Aldi-Creme enthalten je 13 Prozent, die Goldhelm-Creme laut Zutatenliste 69 Prozent. Wer mehr Nuss und weniger Zucker will, zahlt also deutlich mehr.

Die Geschichte der Nuss-Nougat-Creme

Dass Schokolade überhaupt mit Haselnüssen gestreckt wurde, hat einen handfesten Grund. Als Napoleon 1806 die Kontinentalsperre verhängte und der Handel mit britischen Kolonialwaren zum Erliegen kam, wurde Kakao in Europa knapp und teuer. Konditoren im Piemont behalfen sich mit dem, was vor der Haustür wuchs: Haselnüssen. Aus dieser Mischung entstand die Gianduja-Masse, benannt nach einer Figur des Turiner Karnevals.

Den Weg aufs Brot fand sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1946 brachte der Konditor Pietro Ferrero im piemontesischen Alba den „Giandujot“ heraus — einen festen Block, den man in Scheiben schnitt. 1951 folgte die streichfähige „Supercrema“, 1964 bekam sie ihren heutigen Namen: Nutella. Auch hier war Kakao knapp und Haselnüsse waren die günstigere Zutat. Das Grundprinzip der Creme ist also ein Sparprodukt aus einer Mangelzeit.

Quelle: Die vollständigen Testergebnisse mit allen 18 Produkten, Einzelnoten und Preisen findest du in der Zeitschrift test, Ausgabe 9/2026.

Bild: envato/Chatham172

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