Was dein Smart-TV über dich sammelt und welche Schalter wirklich helfen

Dein Fernseher schaut zurück, und zwar im Sekundentakt

Viele Smart-TVs können erfassen, was auf dem Bildschirm läuft. Die Technik dahinter heißt automatische Inhaltserkennung, abgekürzt ACR. Das Gerät erkennt in kurzen Abständen den angezeigten Inhalt und meldet ihn an den Hersteller, der daraus ein Profil für Werbung und Empfehlungen bildet. Ob das bei deinem Gerät läuft, hängt vom Modell und von deinen Einstellungen ab. Einiges davon kannst du abwählen. Wenn du einzelne Funktionen abschaltest, entfallen dafür Bequemlichkeiten wie die Sprachsteuerung oder die Zusatzangebote der Sender.

Der eine Schalter, der am meisten bringt

Wie regelmäßig da etwas fließt, hat eine Untersuchung von Forschenden aus Kalifornien, London und Madrid gezeigt, über die Stiftung Warentest im April 2025 berichtet hat. Bei den geprüften LG-Geräten ging demnach etwa alle 15 Sekunden etwas an die Server des Herstellers, bei Samsung etwa einmal pro Minute. Untersucht wurden allerdings ausgewählte Geräte in Großbritannien und den USA, nicht der deutsche Markt. Bemerkenswert ist ein anderer Befund derselben Arbeit: Die Erkennung lief auch dann, wenn der Fernseher nur als Bildschirm diente und das Bild über HDMI von einem anderen Gerät kam.

Genau dafür gibt es bei beiden Herstellern einen Schalter, und laut der Untersuchung hört der Datenverkehr zu den ACR-Servern damit auf. Bei Samsung findest du ihn unter Einstellungen, dann Support, dann Bedingungen, wo du die Nutzungsinformationsdienste abwählst. Bei LG heißt die Funktion Live Plus und sitzt unter Einstellungen, Allgemein, System. Je nach Modell und Software-Stand können die Menüpunkte anders heißen oder woanders liegen. Such im Zweifel in den Einstellungen nach dem Begriff Datenschutz und geh Inhaltserkennung, Werbepersonalisierung und Nutzungsanalyse einzeln durch.

HbbTV, Mikrofon, Apps: die zweite Runde

Mit der Inhaltserkennung ist es nicht getan. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, alles abzuschalten, was du nicht nutzt. Dazu zählt die eingebaute Kamera, das Mikrofon für die Sprachsteuerung und der Fernzugriff. Apps, die du nie öffnest, gehören gelöscht, und neue installierst du nur aus den offiziellen Quellen. Sicherheitsupdates solltest du zügig einspielen und die Privatsphäre-Einstellungen ab und zu erneut durchgehen, weil eine neue Software-Version Schalter zurücksetzen kann. Ob sich diese Einstellungen zusätzlich mit einer PIN sperren lassen, steht im Handbuch deines Geräts.

Ein eigenes Kapitel ist HbbTV. Darüber laden die Sender Zusatzangebote zur laufenden Sendung, du kannst eine begonnene Sendung von vorn starten oder die Mediathek über die rote Taste öffnen. Beim Abruf dieser Angebote werden Verbindungsdaten übertragen, je nach Angebot auch Daten darüber, was du nutzt. Abschalten kannst du HbbTV in den Einstellungen. Dann verschwinden allerdings genau diese Funktionen, und das ist für viele der Punkt, an dem sie es doch anlassen. Diese Abwägung hängt davon ab, wie oft du die rote Taste wirklich drückst.

Was danach noch übrig ist

Ohne Internetverbindung kann dein Fernseher keine Nutzungsdaten nach außen schicken. Wenn du ganz sichergehen willst, trennst du ihn vom WLAN, ziehst auch das Netzwerkkabel und hängst einen Receiver oder Streaming-Stick über HDMI davor. Bei einem Streaming-Stick verarbeiten dann dessen Anbieter und die Apps darauf deine Nutzungsdaten. Gewonnen hast du damit vor allem, dass nur noch eine Stelle mitliest statt zwei.

Bleibst du online, gilt eine einfache Unterscheidung. Die freiwillige Datensammlung für Werbung und Empfehlungen kannst du abwählen, und dafür lohnt sich die Viertelstunde in den Menüs. Die Daten, die ein Dienst zum Funktionieren braucht, bleiben. Wenn du eine Streaming-App nutzt, hinterlässt du dort weiterhin Spuren, und wenn du dich mit einem Herstellerkonto anmeldest, ebenfalls. Ein abgeschalteter ACR-Dienst beendet das Tracking innerhalb der Apps nicht.

Nimm dir also die Fernbedienung, geh die Datenschutz-Punkte einmal komplett durch und entscheide bei jedem selbst, ob du ihn brauchst. Beim nächsten Fernsehkauf hilft die gleiche Frage schon im Laden: Lässt sich abschalten, was ich nicht will, und wie lange versorgt der Hersteller das Gerät mit Updates?

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