Laptop ohne Netzteil gekauft: So findest du das passende Ladegerät

Neuer Laptop, aber kein Netzteil im Karton

Stand: 05.10.2026

Du packst deinen neuen Laptop aus und suchst vergeblich nach dem Ladegerät? Dann hast du vermutlich nichts falsch gemacht. Seit dem 28. April 2026 gilt in der EU eine neue Regel: Neue Laptops müssen über USB-C laden, und Händler müssen sie auch ohne Netzteil anbieten. Ein Netzteil darf weiter beiliegen, aber nicht bei jedem Angebot ist eins dabei. Der Grund: In vielen Schubladen liegen ohnehin schon passende Ladegeräte, und jedes Netzteil weniger ist weniger Elektroschrott.

Für dich heißt das aber: Beim Preisvergleich musst du jetzt genau hinschauen. Ein Laptop ohne Netzteil wirkt günstiger als einer mit. Hast du kein passendes Ladegerät zu Hause, kommt der Nachkauf noch obendrauf. Ob ein Netzteil dabei ist, zeigt ein kleines Bild auf der Verpackung oder im Onlineshop. Es gibt zwei Varianten, einmal mit und einmal ohne Ladegerät im Lieferumfang.

Übrigens: Geräte, die schon vor dem Stichtag in den Handel gekommen sind, dürfen noch nach den alten Regeln verkauft werden. Im Laden kann dir also beides begegnen.

Diese drei Dinge muss dein Netzteil können

Ein Originalnetzteil vom Hersteller brauchst du nicht unbedingt. Die Stiftung Warentest nennt drei Punkte, auf die es ankommt:

  • USB-C: Das Netzteil muss deinen Laptop über ein passendes USB-C-Kabel versorgen können, also über den kleinen, schmalen Stecker, den du vom Handy kennst.
  • Genug Watt: Netzteil und Kabel müssen mindestens so viel Leistung liefern, wie dein Laptop braucht.
  • Power Delivery: Das Netzteil sollte die Technik „USB Power Delivery“ unterstützen, oft abgekürzt als „PD“. Damit sprechen Laptop und Netzteil sich ab, wie viel Strom fließt.

Unterstützen beide Power Delivery, darf das Netzteil auch stärker sein als nötig. Ein 100-Watt-Netzteil an einem Laptop, der 50 Watt braucht, ist laut den Testern kein Problem. Der Laptop nimmt sich nur so viel, wie er verarbeiten kann. Für die meisten Geräte reicht die Version 2.0 oder 3.0 von Power Delivery. Sollen mehr als 100 Watt über USB-C fließen, müssen Laptop, Netzteil und Kabel die neuere Version 3.1 mit dem Zusatz „EPR“ unterstützen.

Wo du die richtige Wattzahl findest

Am einfachsten ist ein Blick auf ein zweites Etikett, das Händler jetzt zeigen müssen. Darauf stehen zwei Wattzahlen. Die erste ist die Mindestleistung, die ein Netzteil liefern muss, damit der Laptop überhaupt lädt. Die zweite ist die Leistung, die du für die schnellste Ladegeschwindigkeit brauchst. Liefert dein Netzteil die zweite Zahl, lädt der Laptop so schnell, wie er kann. Steht dort auch „USB PD“, unterstützt der Laptop Power Delivery. Die Wattzahl allein reicht aber nicht, auch Power Delivery und das Kabel müssen passen.

Findest du das Etikett nicht, hilft das Datenblatt oder die Produktbeschreibung des Laptops. Achte auch auf das Kabel. Ein Kabel, das nicht für die nötige Leistung ausgelegt ist, kann das Laden bremsen, selbst wenn das Netzteil stark genug ist. Prüf deshalb, für wie viel Watt das Kabel ausdrücklich angegeben ist.

Vorsicht bei Mehrfach-Ladegeräten mit mehreren Anschlüssen. Die angegebene Leistung gilt oft für alle Anschlüsse zusammen. Hängen Handy und Kopfhörer mit dran, bleibt für den Laptop weniger übrig. Entscheidend ist, was ein einzelner Anschluss liefert.

Welche Buchse lädt und wovon du die Finger lässt

Viele Laptops haben mehrere USB-C-Buchsen, aber nicht jede davon lädt. Manche Hersteller markieren die Ladebuchse mit einem kleinen Symbol. Verlass dich darauf aber nicht blind. Im Handbuch steht, welche Buchse die richtige ist.

Hast du schon ein starkes Handy-Ladegerät zu Hause, kann das auch den Laptop laden. Voraussetzung sind wieder die drei Punkte: USB-C, genug Watt, Power Delivery. Ein kleines Handy-Netzteil mit wenig Leistung lädt den Laptop dagegen nur sehr langsam oder gar nicht.

Ein klarer Rat der Stiftung Warentest: Finger weg von extrem billigen No-Name-Netzteilen. Solche Geräte können schwere Sicherheitsmängel haben und im schlimmsten Fall in Brand geraten. Ein Netzteil eines bekannten Zubehörherstellers muss nicht teuer sein.

Unterm Strich spart die neue Regel Elektroschrott. Und wenn du ein vorhandenes Netzteil weiter nutzen kannst, sparst du dir auch den Neukauf. Beim Kauf macht sie die Sache aber etwas komplizierter. Rechne das Netzteil beim Preisvergleich mit ein und schau vor dem Kauf auf die beiden Wattzahlen, auf Power Delivery und aufs Kabel.

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