Waschmaschine riecht muffig: Was du reinigen solltest und welches Programm hilft

Wenn frische Wäsche muffig riecht

Du nimmst die Wäsche aus der Maschine und sie riecht nicht frisch, sondern leicht modrig. Oder die Maschine selbst müffelt, sobald du die Tür öffnest. Oft kommt der Geruch aus der Maschine selbst. In der Gummidichtung, in der Waschmittelschublade und im Flusensieb sammeln sich Reste von Waschmittel und Schmutz. Dort können Bakterien und Pilze einen schmierigen Belag bilden, den sogenannten Biofilm. Der riecht unangenehm und überträgt den Geruch auf die Wäsche.

Begünstigt wird das, wenn du fast nur bei 30 oder 40 Grad wäschst, flüssiges Waschmittel nimmst und die Tür nach dem Waschen gleich zumachst. Niedrige Temperaturen sparen Strom und reichen für normale Wäsche völlig aus. Die Maschine braucht nur ab und zu etwas Pflege.

Das hilft: einmal im Monat heiß mit Pulver

Die Verbraucherzentrale und der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel raten zum selben Rezept: Lass etwa einmal im Monat eine Wäsche bei 60 Grad laufen, und zwar mit Vollwaschmittel in Pulverform. Der Grund steckt im Pulver. Nur feste Vollwaschmittel enthalten ein Bleichmittel auf Sauerstoffbasis, das Bakterien und Pilze abtötet. Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel haben es nicht.

Achte dabei auf das Programm. Ein 60-Grad-Eco-Programm erreicht laut Umweltbundesamt zwar die Waschleistung einer 60-Grad-Wäsche, arbeitet aber tatsächlich mit niedrigeren Temperaturen. Für diesen Pflegewaschgang wählst du deshalb ein reguläres 60-Grad-Programm, etwa mit weißer Baumwollwäsche, die laut Pflegeetikett 60 Grad und Bleiche verträgt. Ein Kurzprogramm ist dafür kein Ersatz. Wie die Programme deiner Maschine heißen, steht in der Bedienungsanleitung.

Riecht die Maschine schon deutlich, nennt die Verbraucherzentrale ein Hausmittel: 50 Gramm Natron und einen Esslöffel Bleichmittel auf Sauerstoffbasis ins Fach für die Hauptwäsche geben, die Maschine leer bei 40 Grad laufen lassen und danach die Schublade gründlich reinigen. Gegen sichtbaren Schimmel in der Schublade hilft Allzweckreiniger.

Das gilt auch nach dem Urlaub. Steht die Maschine länger still, können sich laut Bundesinstitut für Risikobewertung im Restwasser Bakterien ansammeln. Eine 60-Grad-Wäsche reicht in den meisten Fällen aus, um sie wieder loszuwerden. Am besten beugst du vor, indem du die Maschine regelmäßig nutzt.

Dichtung, Schublade, Sieb: die Handgriffe danach

Ein heißer Waschgang ersetzt das Putzen nicht. Reinige diese Stellen regelmäßig:

  • Nach jeder Wäsche: Wäsche zügig herausnehmen, Tür offen lassen und die Schublade ein Stück herausziehen, bis alles trocken ist.
  • Die Gummidichtung: Zieh die Falten am Bullauge auseinander und wisch sie mit einem Tuch trocken. Dort bilden sich sonst schnell schmierige Beläge.
  • Die Waschmittelschublade: Zieh sie ganz heraus, spül sie aus und wisch auch den Schacht dahinter sauber.
  • Das Flusensieb: Reinige es regelmäßig. Wie du es öffnest und was du dabei beachten musst, steht in der Bedienungsanleitung.

Auf ein Mittel solltest du verzichten: Essig. Er ist laut Verbraucherzentrale nicht geeignet, weil er die Dichtungen angreifen kann. Gegen Kalk nennt sie rund 120 Gramm Zitronensäurepulver, gelöst in einem halben Liter Wasser, direkt in die Maschine gegeben, dazu ein 60-Grad-Programm ohne Vorwäsche. Schau vorher in die Anleitung, ob der Hersteller etwas anderes vorgibt.

Hygienespüler sind meist überflüssig

Im Drogeriemarkt stehen Hygienespüler und spezielle Maschinenreiniger mit großen Versprechen. Die Verbraucherzentrale rät von Hygienespülern ab. Sie belasten das Abwasser unnötig und können Allergien auslösen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung hält in einer älteren Information aus dem Jahr 2005 einen Kochwaschgang bei 90 Grad oder Desinfektionsmittel nur dann für sinnvoll, wenn jemand im Haushalt eine ansteckende Krankheit hat oder ein geschwächtes Immunsystem. In solchen Fällen sprich am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wie du die Wäsche behandeln solltest.

Unterm Strich: Eine müffelnde Maschine ist vor allem ein Geruchs- und Pflegeproblem. Dass sich Keime in der Dichtung finden, heißt nicht, dass du oder deine Familie davon krank werdet. Für gesunde Menschen reicht die einfache Routine: Tür auf, Dichtung trocken wischen, Sieb sauber halten und einmal im Monat 60 Grad mit Pulver. Damit lässt sich muffigem Geruch in vielen Fällen vorbeugen. Bleibt er trotz Reinigung, hilft ein Blick in die Fehlersuche der Bedienungsanleitung.

Das könnte dich auch interessieren...

Transparenzhinweis

Anzeigen, Banner oder Links, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link ein Produkt erwirbst oder einen Vertrag abschließt erhalten wir dafür eine Werbekostenerstattung. Dadurch können wir viele unserer Inhalte für dich kostenfrei anbieten. Für dich entsteht dadurch kein Nachteil.