Dose verbeult oder MHD abgelaufen: Wann du Konserven entsorgen solltest

Die Dose aus der hintersten Ecke

Beim Aufräumen der Vorratsschublade taucht sie auf: eine Dose Linsen, das Mindesthaltbarkeitsdatum ist seit einem Jahr vorbei, und an der Seite hat sie eine Delle. Wegwerfen oder essen? Die Antwort hängt weniger am Datum als an der Dose selbst. Deshalb schau zuerst auf die Verpackung und erst danach auf den Aufdruck.

Zuerst die Dose prüfen: Diese Zeichen heißen wegwerfen

Es gibt Warnzeichen, bei denen du nicht lange überlegen solltest:

  • Gewölbter Deckel oder Boden: Ist die Dose aufgebläht, nennt man das Bombage. Darin können sich Keime vermehrt und Gas gebildet haben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, solche Konserven gar nicht erst zu öffnen, sondern zu entsorgen. Beim Öffnen kann der Inhalt sogar herausschießen.
  • Starke Dellen oder Knicke: Die Verbraucherzentrale rät, stark verbeulte oder geknickte Dosen wegzuwerfen. Die Innenbeschichtung kann beschädigt sein, und dann können Stoffe aus dem Metall in das Lebensmittel übergehen. Besonders kritisch sind scharfe Dellen am Rand, am Deckel oder an der Naht, weil dort die Dose undicht werden kann.
  • Rost: Rost kann die Dose mit der Zeit undicht machen. Ist sie deutlich angerostet, vor allem an Naht, Rand oder einer Delle, lass sie lieber weg.
  • Auffälliger Inhalt: Riecht der Inhalt nach dem Öffnen muffig, sauer, ranzig oder ungewohnt fischig, oder hat er eine seltsame Farbe, isst du ihn nicht. Verdächtiges probierst du auch nicht an.

Eine kleine, flache Delle an einer sonst einwandfreien Dose ist dagegen etwas anderes als ein scharfer Knick. Bist du dir bei einem Schaden unsicher, entsorgst du die Dose vorsichtshalber.

Warum Riechen allein nicht reicht

Eine seltene, aber lebensbedrohliche Lebensmittelvergiftung ist Botulismus. Das Gift verursacht Sehstörungen wie Doppeltsehen und Lähmungen bis hin zur Atemlähmung. Laut BfR bilden manche Stämme des Erregers ihr Gift, ohne dass Gas entsteht. Dann siehst, riechst und schmeckst du nichts davon. Ein unauffälliger Inhalt ist also kein Beweis, dass alles in Ordnung ist.

Zur Einordnung: In Deutschland werden laut BfR in der Regel weniger als zehn Botulismus-Fälle pro Jahr gemeldet. Ein Großteil der Fälle geht auf selbst eingekochte Konserven zurück. Der Grund: Beim üblichen Einkochen im Topf wird höchstens 100 Grad erreicht, das reicht nicht, um die Sporen abzutöten. Industrielle Konserven werden so erhitzt, dass die Sporen absterben. Wer selbst einkocht, braucht deshalb ein geeignetes Verfahren, ein prüfender Blick allein bietet keine Sicherheit. Mehr dazu erklärt das BfR in seinen Fragen und Antworten zum Botulismus.

Das Datum, die Lagerung und die offene Dose

Erst wenn die Dose in Ordnung ist, spielt das Datum eine Rolle. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es gibt an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährwert mindestens behält. Ungeöffnete, unbeschädigte Konserven sind laut Verbraucherzentrale oft noch Jahre nach dem Datum essbar. Eine feste Frist, wie lange genau, gibt es nicht. Deshalb gilt die Reihenfolge: erst die Dose prüfen, dann den Inhalt anschauen. Und denk an die Grenze der Sinnesprobe von oben.

Damit deine Vorräte lange halten, lagerst du sie trocken und unter 19 Grad, also nicht im warmen Heizungskeller oder direkt neben dem Herd. Feuchtigkeit fördert Rost.

Hast du die Dose geöffnet, füll den Rest in ein Gefäß mit Deckel um, etwa aus Glas, Edelstahl oder lebensmittelgeeignetem Kunststoff, stell es in den Kühlschrank und brauch es zügig auf. Das empfehlen Verbraucherzentrale und die Initiative Zu gut für die Tonne des Bundesernährungsministeriums. Der Grund: Beim Öffnen kann die Innenbeschichtung beschädigt werden.

Unterm Strich: Wirf keine Konserve nur wegen des Datums weg. Eine gewölbte, stark verbeulte oder deutlich angerostete Dose gehört dagegen in den Müll, die gewölbte sogar ungeöffnet.

Das könnte dich auch interessieren...

Transparenzhinweis

Anzeigen, Banner oder Links, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link ein Produkt erwirbst oder einen Vertrag abschließt erhalten wir dafür eine Werbekostenerstattung. Dadurch können wir viele unserer Inhalte für dich kostenfrei anbieten. Für dich entsteht dadurch kein Nachteil.