Läusemittel im Test: Warum der zweite Termin über den Erfolg entscheidet

Fünf von zwölf Läusemitteln sind empfehlenswert. Mit dem Kauf ist es nicht getan

Stand: 24.09.2026

Kopfläuse gehören zum Schulalltag, und in jedem Herbst gehen die Zettel in Kitas und Klassen wieder rum. Stiftung Warentest hat am 31. August 2026 einen Test zu zwölf häufig verkauften, rezeptfreien Läusemitteln veröffentlicht. Fünf sind empfehlenswert, von zwei rät die Stiftung ab. Das richtige Mittel im Schrank ist aber nur die halbe Miete: Auch ein wirksames Präparat kann versagen, wenn du es falsch anwendest oder die zweite Behandlung auslässt. Mittel und Anwendung gehören zusammen.

Was der Test geprüft hat und was nicht

Wichtig zum Verständnis: Die Stiftung hat die Mittel nicht selbst an Köpfen ausprobiert. Geprüft wurde die wissenschaftliche Literatur. Fachleute schauten, ob zu jedem Mittel aussagekräftige Untersuchungen vorliegen, orientiert an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin.

Daraus ergibt sich ein Unterschied, den du kennen solltest. Ein Mittel kann schlecht abschneiden, weil es keine belastbaren Studien dazu gibt. Das ist nicht dasselbe wie der Nachweis, dass es nicht wirkt. Für dich heißt das praktisch: Nimm ein Mittel, dessen Wirksamkeit belegt ist, und lass dich in der Apotheke beraten, gerade bei kleinen Kindern, in der Schwangerschaft oder bei Asthma. Die einzelnen Bewertungen findest du bei Stiftung Warentest.

Der Behandlungsplan: Tag 1, Tag 5, Tag 8 bis 10

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, Mittel und Kamm zu kombinieren, und zwar nach festem Plan. Der Tag der ersten Behandlung ist Tag 1. Das ist kein Detail: „acht Tage später“ und „Tag 8“ sind zwei verschiedene Termine, und an dieser Stelle verrutscht der Plan in vielen Familien.

  • Tag 1: mit einem wirksamen Kopflausmittel behandeln, nach dem Auswaschen nass auskämmen
  • Tag 5: nass auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen
  • Tag 8, 9 oder 10: zweite Behandlung mit dem Mittel, danach wieder nass auskämmen
  • Tag 13 und Tag 17: Kontrolle durch nasses Auskämmen, danach noch einmal wöchentlich

Der Grund für den zweiten Termin: Kein Mittel erfasst alle Eier zuverlässig. Aus den überlebenden schlüpfen Larven nach, und die zweite Behandlung fängt sie ab. Warentest formuliert es deutlich. Manche Hersteller werben damit, eine einzige Behandlung genüge, „aber das können wir nach unserer Untersuchung nicht empfehlen“.

Beim Auftragen gilt: großzügig verteilen und die Einwirkzeit aus der Anleitung einhalten, nicht die aus dem Gedächtnis. Der Kamm muss taugen. Die Zinken dürfen höchstens 0,2 Millimeter auseinanderstehen und sollen wenig elastisch sein, sonst rutschen Läuse und Eier durch. Ausgekämmt wird nass, mit Pflegespülung im Haar, und zwar das gesamte Haar Strähne für Strähne über einem hellen Tuch. Bei langen Haaren dauert das entsprechend. Wisch den Kamm nach jeder Strähne an einem Küchentuch ab, dann siehst du selbst, ob noch etwas kommt.

Schule, Bettwäsche und was du dir sparen kannst

Zwei Meldewege, die oft durcheinandergehen: Du musst die Kita oder Schule unverzüglich informieren, das steht in Paragraf 34 Absatz 5 Infektionsschutzgesetz. Die Einrichtung benachrichtigt dann ihrerseits das Gesundheitsamt, das regelt Absatz 6. Nach sachgerechter Erstbehandlung und sorgfältigem Auskämmen ist die Rückkehr grundsätzlich möglich. Frag in der Einrichtung nach, welche Bestätigung sie dafür braucht.

Das große Reinemachen kannst du dir sparen. Hygienemaßnahmen sind laut RKI-Ratgeber von untergeordneter Bedeutung. Kämme, Haarbürsten, Spangen und Haargummis in heißer Seifenlösung reinigen, Bettwäsche, Handtücher und Leibwäsche wechseln, Gegenstände wie Mützen oder Schals für drei Tage in eine Plastiktüte packen. Insektizid-Sprays für die Wohnung sind nicht nötig.

Läuse haben nichts mit Unsauberkeit zu tun, sie wandern von Kopf zu Kopf, und beim Toben geht das schnell. Der wichtigste Handgriff kostet nichts: Trag die Behandlungs- und Kontrolltermine in den Kalender, bevor du die Flasche öffnest.

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