Auch mit dem Jahreswechsel treten neue Verördnungen oder angepasste Gesetze in Kraft. Viele Änderungen haben wie immer direkte Auswirkungen auf unser aller Leben – insbesondere auf unseren Geldbeutel. Im folgenden habe ich für dich einmal die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.
Steuern & Abgaben
Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro, und die Grenze für den Spitzensteuersatz rutscht ein Stück nach oben. Gleichzeitig kannst du Beiträge zur Altersvorsorge künftig vollständig steuerlich absetzen. Der Solidaritätszuschlag greift erst bei einer höheren Einkommensteuer, vielen wird er also weiterhin erspart bleiben.
Steuerbescheide können künftig standardmäßig digital zugestellt, und zwar auch dann, wenn du dem nicht vorher zugestimmt hast – drei Tage nach Bereitstellung gelten sie automatisch als zugestellt. Dazu kommen geplante Änderungen wie eine höhere Entfernungspauschale die ab dem ersten Entfernungskilometer gilt oder die dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie auf 7%. Ob diese Ersparnis direkt weitergegeben wird ist natürlich unklar.
Aber nicht alles ist positiv: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt voraussichtlich auf 2,9 Prozent, und höhere Beitragsbemessungsgrenzen sorgen dafür, dass Gutverdiener mehr in Kranken- und Rentenversicherung einzahlen müssen. Die meisten Krankenkassen werden in diesen Wochen jetzt ihre Beiträge für das kommende Jahr bekanntgeben. Nutze bei einer Beitragserhöhung dein Sonderkündigungsrecht!
Familien profitieren 2026 ebenfalls: Das Kindergeld steigt auf einheitlich 259 Euro pro Kind, der Kinderfreibetrag wird erhöht.
Arbeitsmarkt
Der Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro pro Stunde, und die Minijobgrenze wächst auf 603 Euro monatlich. Gleichzeitig kommt mehr Transparenz: Arbeitgeber müssen bereits in Stellenanzeigen konkrete Gehaltsangaben machen, und wenn Beschäftigte vermuten, schlechter bezahlt zu werden, muss künftig der Arbeitgeber beweisen, dass alles korrekt ist.
Auszubildende erhalten im ersten Lehrjahr mindestens 724 Euro brutto. Zusätzlich ist eine Aktivrente geplant, die es ermöglichen soll, nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei dazuzuverdienen – allerdings ist diese Regelung noch nicht endgültig beschlossen (Stand 13.12.2025).
Verbraucherschutz
Im Bereich Verbraucherschutz und Digitalisierung kommen gleich mehrere Neuerungen. Verbraucherkredite unterliegen ab Ende 2026 deutlich strengeren Regeln, und selbst Mini-Kredite oder „Buy now, pay later“-Angebote müssen künftig genauso geprüft werden wie klassische Bankkredite.
Für Onlinekäufe wird der neue verpflichtende Widerrufsbutton eingeführt, damit du Bestellungen genauso einfach rückgängig machen kannst, wie du sie abgeschlossen hast.
Mit dem Recht auf Reparatur verpflichtet die EU Hersteller dazu, Ersatzteile über Jahre vorzuhalten und Reparaturen zu fairen Preisen zu ermöglichen.
Gesundheit
Für starke Raucherinnen und Raucher wird ab April 2026 eine kostenfreie CT-Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung eingeführt. Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollen europaweit verbindliche Höchstmengen gelten. Unternehmen dürfen ab 2026 nicht mehr mit selbst gebastelten Umweltsiegeln werben – Greenwashing wird damit deutlich schwieriger. Und beim Trinkwasser greifen neue, strenge Grenzwerte für PFAS.
Bild: envato/alonesbe


