Die EU macht ernst: Billigimporte aus China sollen künftig nicht mehr ungebremst in den europäischen Markt strömen können. Vor allem Plattformen wie Temu und Shein stehen im Fokus, denn sie profitieren seit Jahren massiv von einer Zolllücke, die Millionen von Kleinstsendungen völlig abgabenfrei durchwinkt. Ab Juli 2026 ist damit Schluss. Dann wird für jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Pauschale von drei Euro fällig – eine Abgabe, die besonders die extrem günstigen Bestellungen aus China trifft. Bisher waren diese Lieferungen komplett zollfrei. Mit der neuen Regel will die EU eine Flut von Mini-Paketen eindämmen, die für Händler innerhalb der EU zum massiven Wettbewerbsproblem geworden ist.
Warum diese Maßnahmen sinnvoll sind
Die Zahl der Kleinstsendungen aus China hat in den letzten Jahren ein Rekordniveau erreicht. Rund zwölf Millionen Pakete pro Tag landen EU-weit in den Verteilzentren, oft deklariert mit unrealistisch niedrigen Warenwerten. Nach Schätzungen der EU-Kommission wird bei rund zwei Dritteln aller Sendungen der Wert bewusst zu niedrig angegeben, um weiterhin von der Zollbefreiung zu profitieren. Für europäische Händler – gerade kleine und mittlere Unternehmen – ist dieser Vorteil kaum aufzuholen. Billiganbieter wie Shein und Temu können dadurch Preise anbieten, mit denen kein europäisches Unternehmen mithalten kann. Gleichzeitig entsteht zusätzlicher Verpackungsmüll, weil Bestellungen künstlich in unzählige Kleinstpakete aufgeteilt werden.
Was bedeutet das jetzt für dich?
Bestellungen bei Temu, Shein, AliExpress oder vergleichbaren Plattformen könnten künftig spürbar teurer werden. Schon heute werden allein in Deutschland täglich rund 400.000 Pakete von Shein und Temu zugestellt. Und der Bestell-Boom hält an, trotz kritischer Testergebnisse. Immer wieder werden Produkte dieser Anbieter als schadstoffbelastet, unsicher oder sogar gesundheitsgefährdend eingestuft. Die neue Abgabe trifft also nicht nur den Preis, sondern könnte auch dafür sorgen, dass wir alle Waren bewusster auswählen.
Welche Maßnahmen sind auf EU – Ebene noch geplant?
Die EU hat bereits beschlossen, die 150-Euro-Zollfreigrenze komplett abzuschaffen – ab 2028 soll jede Ware ab dem ersten Euro zollpflichtig sein, egal woher sie kommt. Ziel ist ein fairer Markt, bei dem europäische Händler nicht länger benachteiligt werden. Ob die Preise für uns alle damit am Ende wirklich steigen, hängt natürlich davon ab, ob die Plattformen die Abgabe an ihre Kunden weitergeben oder selbst schlucken. Klar ist nur: Die EU will den Missbrauch der Regeln beenden und den Boom der Billigimporte wieder auf ein faires Niveau bringen.
Bild: envato/RossHelen


