Neue Abzockmasche auf Kleinanzeigenportalen

Jede Woche erreichen mich unzählige Mails von Verbrauchern, die Opfer von Betrügern im Netz geworden sind. Es ist auch für mich erkennbar, dass die Zahl der Abzockmaschen Jahr für Jahr steigt. Immer perfider werden die Methoden und gerade im Zeitalter der Digitalisierung scheint es, dass Betrügern es immer leichter gemacht wird, anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ganz aktuell sind wieder Kleinanzeigenportale im Fokus. Die „übliche“ Betrugsmasche per Vorkasse bezahlen und Ware kommt nie an, gehört mittlerweile fast schon zum Standardwerkzeug der Betrüger. Ganz neu dazu gekommen ist nun eine Betrugsmasche mit teuren Produkten.

Konkret geht es zum Beispiel um den Verkauf von edlem Schmuck oder Markenuhren. Die hochpreisigen Produkte werden für scheinbar annehmbare Preise im Netz angeboten. Bekundet man sein Interesse passiert folgendes: Der Verkäufer teilt mit, dass er weit weg wohnt und deshalb die Ware nicht persönlich übergeben kann. Er hat aber einen Freund oder Verwandten am Wohnort des potenziellen Käufers, dem er die Ware schicken könne. Dabei wünscht er aber, dass der potentielle Käufer die Versandkosten und die Transportversicherung bezahlt, welche später mit dem Kaufpreis verrechnet wird. Die Summe wird somit als Anzahlung vermerkt und tatsächlich kann der Verbraucher kurze Zeit später die Ware am Wohnort besichtigen.

Doch vor Ort kommt meist die böse Überraschung: Es stellt sich heraus, dass die gemachten Angaben nicht ganz den Angaben in der Anzeige entspricht und der Artikel den Kaufpreis nicht wert ist. Der Verkäufer beharrt aber auf Abnahme und vollständige Zahlung. Er erhöht den Druck, droht gar mit rechtlichen Schritte – denn immerhin gibt es einen Chat bzw. E-Mail-Verlauf, in dem der Käufer den Kauf bestätigt und eine Anzahlung überwiesen wurde.

Rein rechtlich – je nachdem, wie dieser Schriftverkehr aussah – hat der Verkäufer Anspruch auf Erfüllung des Kaufvertrages! Der potentielle Käufer muss die Ware abnehmen und bezahlen. Auch wenn diese vielleicht nicht ganz den Vorstellungen des Käufers entsprach.

Achten Sie also sehr darauf, wie genau die Kommunikation mit dem Verkäufer abläuft, wenn Sie Produkte auf Kleinanzeigenportalen kaufen wollen!

Meine Tipps zum sicheren Einkauf auf Kleinanzeigenportalen!

  • Seien Sie misstrauisch, wenn das Angebot sehr günstig ist, der Verkäufer unprofessionell wirkt oder er keinen persönlichen Kontakt wünscht / keine persönlichen Daten herausgeben will.
  • Holen Sie die Waren wenn möglich immer vor Ort ab und verzichten Sie auf Versand!
  • Nehme Sie einen Zeugen mit! Bei telefonischen Gesprächen, müssen Sie den Gesprächspartner darüber informieren. Sagen Sie niemals einen endgültigen Kauf zu, bevor Sie die Ware nicht gesehen haben und leisten Sie keine Anzahlung.
  • Zahlen Sie niemals mit Vorkasse! Nutzen Sie sichere Zahlmöglichkeiten wie Bargeld oder PayPal. Bei hohen Bargeldsummen sollten Sie eine Begleitperson mitnehmen.
  • Dokumentieren Sie die Anzeige, den Schrift- und Transakationsverkehr! Lassen Sie sich immer eine Kopie des Kaufbelegs geben.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und rufen Sie notfalls die Polizei!

Bild: iStock/Ignatiev