Lohnen sich Payback & Co.?

Punkte-Sammeln liegt voll im Trend und Sie sparen da auch noch eine Menge Geld. Oder? Ob und wann sich das Punkte-Sammeln wirklich lohnt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Fangen wir mit den Treueprämien der Supermärkte an. Messer, Töpfe oder Küchenelektronik mit einer großen Ersparnis oder gar gratis bekommen – das klingt verlockend. Alles was wir tun müssen: Punkte sammeln, die es umsatzbasiert für jeden Einkauf gibt. Doch damit Sie genug Punkte sammeln können, müssen Sie vorher ordentlich einkaufen. Wie viel genau, das ist bei jedem Händler unterschiedlich. In der Regel ist es für fünf oder zehn Euro Umsatz ein Treuepunkt. Wenn Sie so oder so im Markt einkaufen, spricht nichts dagegen, auch die Punkte zu sammeln. Wichtig ist aber: schauen Sie im Internet oder im Handel nach, was die Prämie – also der Kochtopf oder das Messer – wirklich kosten. So erkennen Sie schnell, ob es sich wirklich lohnt, diesen Artikel – meist gegen Zuzahlung – zu kaufen.

Die Einzelhändler haben nichts zu verschenken. Das sollten Sie wie immer im Hinterkopf behalten.

Kommen wir zu den großen Punkte-Sammel-Karten wie Payback oder DeutschlandCard. Verschiedene Marktforschungsstudien haben gezeigt, dass Kunden, die eine Prämienkarte besitzen mehr Geld im Markt ausgeben. Der Grund ist ganz einfach, dass wir alle immer auf unseren Vorteil aus sind und daher die nächste Schnäppchen-Prämie erreichen wollen. Und tatsächlich gibt es mitunter attraktive Sonderkonditionen für teure Produkte. Zusätzlich bekommen Sie die Treuepunkte beim Bezahlen einfach so mit dazu. Logisch, dass da auch gern mal ein bisschen mehr ausgegeben wird, als geplant.

Aber auch die Nachteile liegen auf der Hand. Treuepunkte-Aktionen gelten immer nur für einen Einzelhändler. Dadurch wird man mehr oder weniger an eine Supermarktkette oder -gruppe gefesselt. Das bedeutet, dass Sie im schlechtesten Falle auch höhere Preise für Ihren Einkauf hinblättern, als beispielsweise beim Discounter. Auch sind die unverbindlichen Preisempfehlungen für die Prämien meist hoch angesetzt, sodass der Spar-Effekt viel größer erscheint, als er tatsächlich ist. Mein Fazit: in den Wenigsten Fällen lohnen sich Treue-Programme. Ein einfacher Vergleich der Preise im Internet fördert meist das wahre Spar-Potenzial zu Tage. Und das liegt bei deutlich weniger als das versprochene (teilweise werden Einsparungen um die 70-90% angepriesen). Vorsicht ist auch bei der Aktionsware selbst geboten. Oft wird diese von den Herstellern nur für diese Aktion hergestellt und könnte somit schlechter in der Qualität als Fachhandels-Ware sein. Und das Wichtigste aus meiner Sicht: die Punkte erkaufen Sie sich mit dem Verkauf Ihrer Daten. Denn eines ist klar: jeder Einkauf sagt den Kartenanbietern, wann Sie was gekauft haben. Rückschlüsse auf Ihr Konsumverhalten sind das Ergebnis und damit am Ende personalisierte Werbung. Fragen Sie sich also einfach selbst: ist die Prämie, die ich mir mit den Punkten erkaufen kann, die Datenfreigabe wert?!

Bild: iStock/Ivan-balvan